Mit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007 sind die Zinsguthaben auf Sparkonten, Tagesgeldkonten in der Spitze von über 4% auf inzwischen 0% gesunken. Je nachdem wo und wieviel Geld auf Konten liegt, gibt es sogar eine „Verwahrgebühr“, also einen Strafzins.

Gleichzeitig ist die Inflation seit Anfang 2021 deutlich angestiegen. Sie erreichte im August einen neuen Höhststand von 3,9%. Wohlgemerkt, das ist die offizielle Inflation. Die echte Inflation dürfte gefühlt bei 10% + X liegen. Was der Unterschied zwischen offizieller und echter Inflation ist, habe ich in diesem Blogartikel erläutert.

Da Du bereits seit längerer Zeit bei Banken keine Guthabenszinsen (Nominalzins) mehr bekommst und die Inflation gleichzeitig zunimmt, ist der Realzins (Nominalzins – Inflation) negativ.

Gehen wir von nur von den offiziellen Zahlen aus, so liegt der Realzins je nach Guthaben inzwischen bei -4%-5%. Wenn der Realzins im negativen Bereich liegt, dann sprechen wir von einer kalten Enteignung. Denn das bedeutet, dass Deine Kaufkraft aktuell netto um 4-5% abnimmt.

Die Menschen nehmen zwar die Teuerung der Lebensmittel, Energie etc. wahr, realisieren aber nicht, was es mit ihrem Vermögen macht.

Nun, warum nicht?

Wenn Du am 01.01. eines Jahres 10.000€ auf Deinem Konto liegen hast und weder Guthabenszinsen bekommst noch eine Verwahrgebühr zahlen musst, dann hast Du am Jahresende, wenn Du das Geld nicht angerührt hast, noch immer 10.000€ auf Deinem Bankkonto.

Frage ich jetzt, ob Du Geld verloren hast, dann wird die Antwort in 99% der Fälle „NEIN“ lauten! Weil es ja noch immer 10.000€ sind.

Würdest Du freiwillig eine größere Summe auf Deinem Bankkonto liegen lassen, wenn die Verwahrgebühr nicht bei -0,1% liegen würde, sondern bei -5%? Am Jahresende wären also nicht mehr 10.000€ auf Deinem Bankkonto, sondern nur noch 9.500€. Die meisten Menschen würden niemals das Geld auf dem Konto lassen! Dafür ist speziell der Deutsche viel zu geizig und sparsam. Bloß kein Geld verlieren!

Was ist nun der Unterschied zum negativen Realzins bzw. der kalten Enteignung? Es gibt keinen! Nur, dass Du es bei der kalten Enteignung nicht siehst und bei der Verwahrgebühr sehr wohl. Und genau davon lassen sich die Menschen blenden!

Wie sieht es nun aus, wenn der Realzins über einen längeren Zeitraum bei -5% bleibt?

Jahr

Bankguthaben

Kaufkraft

Kaufkraftverlust in %

1

10.000€

9.500€

– 5%

2

10.000€

9.025€

-9,75%

3

10.000€

8.573,75€

-14,26%

4

10.000€

8.145,06€

-18,55%

5

10.000€

7.737,81€

-22,62%

10

10.000€

5.987,37€

-40,13%

15

10.000€

4.632,91€

-53,67%

20

10.000€

3.584,86€

-64,15%

30

10.000€

2.146,39€

-78,54%

Es ist die reinste Kapitalvernichtung! Bereits nach 10 Jahren hast Du einen Kaufkraftverlust von 40%.

 

Dein Geld verliert schon seit Jahren an Kaufkraft, da bereits die letzten 5-10 Jahre der Realzins negativ gewesen ist. Die echte Inflation ist ja teils noch deutlich höher, gerade auch aktuell. Und ein Ende ist momentan nicht absehbar. Leider betrifft das nicht nur die Bankguthaben, sondern auch die Lebens- und Rentenversicherungen sowie Bausparguthaben. Auch hier ist die netto Rendite nach Abzug von Kosten und Steuern in aller Regeln niedriger als die Inflation.

 

Hier eine Grafik zu einigen relevanten Gütern und Rohstoffen:

 

Selbst diese Grafik ist schon wieder überholt, da in den letzten Wochen und Tagen die Preissteigerungen teils nochmals dramatisch zugenommen haben.

Was kannst Du also tun, um Dein Geld vor Verlusten zu schützen? Lege Dein Geld in Sachwerte an, denn diese sind zumindest inflationsgeschützt. Ob in der gegenwärtigen Situation eine Investition in den Aktienmarkt oder in Immobilien eine gute und kluge Entscheidung ist, ist eine ganz andere Frage. Wo Du definitiv nichts mit verkehrt machen kannst, sind Edelmetalle. Es gibt noch weitere Möglichkeiten, doch das ist nicht Gegenstand des Blogartikels.

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