Immer wieder werde ich gefragt bzw. kommt die Diskussion, wem denn das Geld bei der Bank gehöre. Die allgemeine Unkenntnis der richtigen Antwort ist nicht wirklich überraschend und doch schockierend zugleich.

Zunächst was sind Bankguthaben und Spareinlagen? Dazu zählen neben dem Giro- und Tagesgeldkonto auch das Festgeld, das Sparbuch sowie diverse Sparanlagen und -Einlagen. Allen gemein ist, dass es Geldwerte sind. Geldwerte sind wiederum nichts anderes als Forderungen. Wo es Forderungen gibt, da muss es auch Verbindlichkeiten geben. Doch wem gehört nun was?

Auszug aus Wikipedia:

„Bei der Anlage oder Entstehung eines Bankguthabens wird – meist konkludent – ein schuldrechtlichter Vertrag in Form eines Darlehensvertrags gemäß § 488 BGB oder ein unregelmäßiger Verwahrungsvertrag gemäß § 700 Abs. 1 BGB (auch als „uneigentliche Verwahrung“ oder „depositum irregulare“ bezeichnet) geschlossen. Die rechtliche Einordnung eines Bankguthabens als Darlehen oder uneigentliche Verwahrung hängt davon ab, ob ein „überwiegendes Verwahrinteresse“ des Kunden oder eine Geldanlage im Vordergrund stehen. Bankguthaben entstehen im überwiegenden Interesse des Bankkunden. Diese rechtliche Unterscheidung hat keine praktische Auswirkung, weil die uneigentliche Verwahrung im Falle der Bankguthaben als Darlehen angesehen wird. Während ein Haben-Saldo des Bankkunden eine Forderung aus unregelmäßiger Verwahrung nach § 700 BGB darstellt, ist der Soll-Saldo eine Darlehensverbindlichkeit im Sinne des § 488 BGB. Ein- und Auszahlungen auf das Girokonto sind daher in aller Regel auch Akte zur Begründung oder Erfüllung der genannten Schuldverhältnisse oder einzelner Pflichten aus ihnen.“

 

Geld und Geldpolitik S.56, Deutsche Bundesbank

 

„Auf der Passivseite der Bilanz dominieren die Verbindlichkeiten gegenüber Banken und Nichtbanken. Erstere resultieren aus den direkten Kreditgeschäften zwischen den Banken. Letztere sind die täglich fälligen Sichteinlagen sowie Spar- und Termineinlagen von Unternehmen, privaten Haushalten und öffentlichen Stellen.“ Aus: Geld und Geldpolitik S.57, Deutsche Bandesbank

Wenn Du Geld auf Dein Girokonto überweist, dann entsteht dir der Bank gegenüber eine Forderung und die Bank hat Dir gegenüber eine Verbindlichkeit. Du gewährst in dem Moment deiner Bank also einen Kredit bzw. Darlehen. In 99,9% aller Fälle stellst Du der Bank ein zinsloses Darlehen zur Verfügung. Für gewöhnlich muss ein Darlehensnehmer, in diesem Fall die Bank, Sicherheiten vorlegen, um ein Darlehen gewährt zu bekommen. Welche Sicherheiten bekommst Du denn von Deiner Bank? Genau! Keine! Null, niente, nada! Deine einzige Sicherheit ist ein Zahlungsversprechen der Bank bzw., dass Du ein Rückzahlungsanspruch hast.

Doch was passiert, wenn die Bank Deines Vertrauens morgen Insolvenz anmeldet? Was bedeutet es für Dich, wenn Du gegen Deine Bank Forderungen hast? Du bist Gläubiger und nicht Eigentümer Deines Geldes! Dir gehört zwar das Girokonto und Tagesgeldkonto etc., nicht aber die Guthaben darauf. Diese gehören Deiner Bank. Wenn Sie morgen also pleite ist, ist deine Kohle erst einmal weg!

Vielleicht wendest Du jetzt ein, dass es da doch die Einlagensicherung der Banken gibt, und bis 100.000€ alles geschützt ist, nicht wahr?! Also alles gut?! Mitnichten! Warum? Nehmen wir an, Du hast genau die besagten 100.000€ auf Deinem Konto. Wieviel davon darf es denn in % abgesichert sein? Logischerweise wirst Du vermutlich jetzt sagen 100% natürlich, oder? Würde ich auch sagen. Doch wie sieht die Realität aus?

Die EU sieht vor, dass bis 2024 in jedem Land der Einlagensicherungsfonds mit mind. 0,8% aller gesicherten Einlagen des Landes ausgestattet werden soll. Aktuell liegen die Deutschen Banken bei ca. 0,4%. Das Geldvermögen der Deutschen beläuft sich aktuell auf ca. 7,1 Billionen €, wovon mehr als 40% bei Banken sind, also ca. 3 Billionen €. Das wären bei 0,4% ca. 12 Milliarden €.

Mal Hand aufs Herz: Glaubst Du, dass wenn morgen die Deutsche Bank oder auch die Commerzbank insolvent wären, dass 12 Milliarden € reichen würden, um alle Einlagen bis 100.000€ zu decken? Siehe Dir gerne einmal die Bilanzen dazu an. Es ist ein Tropfen auf dem heißen Stein!

Desweiteren solltest Du zumindest wissen, dass es KEINEN Rechtsanspruch auf Entschädigungsleistung aus dem Einlagensicherungsfonds gibt. Zusätzlich wird in den Statuten des Einlagensicherungsfonds in §10 ebenfalls darauf hingewiesen, dass auch Banken keinen Rechtsanspruch auf Leistungen aus dem Topf haben. Dazu gibt es auch eine interessante Aussage vom damaligen Finanzminister Peer Steinbrück ab 1:40min..

Spannend finde ich auch, dass die Abwicklung der Entschädigungsleistungen über die „Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH“ erfolgt. Eine GmbH???

Auch weist die EZB daraufhin, dass im Fall der Fälle die Einlagensicherung ausgesetzt werden kann.

Sollte in Zukunft EDIS (die europäische Einlagensicherung) an den Start gehen, dann haftet der Deutsche Sparer für alle Einlagen in der EU mit. Der Deutsche zahlt dann eben auch bei italienischen, spanischen, portugiesischen, französischen und griechischen Bankenpleiten.

Jeder darf für sich selbst entscheiden, wie sehr er / sie dem Bankensystem weiterhin das Vertrauen schenken möchte.

Meine Devise lautet: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ Ich möchte die maximale Kontrolle über mein Geld haben. Die habe ich bei Banken definitiv nicht. Denn mein Geld gehört der Bank und nicht mir. Ich möchte aber Eigentümer und nicht Gläubiger meines Geldes sein und nicht im Fall der Fälle darauf hoffen müssen, dass ich als Gläubiger mein Geld wiederbekomme.

Möchtest Du Gläubiger sein und in Schulden anderer investiert sein, oder Eigentümer Deines Geldes sein?

TIPP: Reduziere Deine Bankguthaben auf das Notwendige!

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